Die Betriebliche Einstiegsqualifizierung (EQ)

INFORMATIONEN FÜR DIE ZAHNARZTPRAXIS

Die Einstiegsqualifizierung für junge Erwachsene (EQJ) ist ein betriebliches Langzeitpraktikum und dient als Brücke in die Berufsausbildung. Die Einstiegsqualifizierung wird finanziell vom Bund mit dem Sonderprogramm EQJ gefördert.

Ausbildungswillige und ausbildungsfähige junge Menschen sollen ein Angebot erhalten, wenn sie nach den bundesweiten Nachvermittlungsaktionen im Herbst keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Die Förderung beginnt somit frühestens ab dem 1. Oktober.

Im EQJ ist die Vergütung gesetzlich vorgeschrieben. Auch die mögliche Dauer des EQJ ist gesetzlich festgelegt. Sie beträgt mindestens 6 Monate bis maximal 12 Monate. Das Ende der EQ ist immer der 31.07.!

Eine absolvierte Qualifizierung führt allerdings nicht automatisch zu einer Anrechnung und damit ggf. zu einer Verkürzung der Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten.

Vorteile für die Zahnarztpraxis

Sie lernen künftige Auszubildende und deren Leistungsfähigkeit in der Praxis kennen. Sie haben die Möglichkeit, die Teilnehmerinnen praxisnah zur Ausbildung hinzuführen. Im Einzelnen wird die Einstiegsqualifizierung durch Erstattung der Praktikumsvergütung von bis zu 216,- Euro monatlich gefördert. Darüber hinaus übernimmt die Bundesagentur einen pauschalisierten Anteil am durchschnittlichen Gesamtsozialversicherungsbeitrag in Höhe von 108,- Euro.

Was müssen interessierte Praxen vor Beginn einer EQ tun?

    • Praktikumsinhalte, Dauer, Vergütung und Auswahlkriterien festlegen.
    • Falls Ihr EQ-Interessent noch nicht als Bewerber gemeldet ist, bitten Sie ihn, sich bei der zuständigen Agentur für Arbeit bzw. dem Träger der Grundsicherung zu melden, damit geprüft werden kann, ob der Teilnehmer förderfähig ist.
    • Vor Beginn der Maßnahme müssen Sie mit dem Teilnehmer einen EQ-Arbeitsvertrag schließen.
    • Stellen Sie sicher, dass eine vorläufige Zusage über eine Förderung durch die Agentur für Arbeit vorliegt, bevor Sie den EQ-Arbeitsvertrag vom Teilnehmer unterschreiben lassen.
      Musterverträge erhalten Sie hier im Anhang oder auf der Internetseite bei Ihrer Zahnärztekammer.
      Eine von beiden Seiten unterschriebene Kopie des EQ-Arbeitsvertrages leiten Sie direkt an Ihre Kammer weiter.
    • Stellen Sie einen Antrag auf Förderung bei der für Sie zuständigen Agentur für Arbeit.
      (Anträge schickt Ihnen die Agentur für Arbeit gerne per E-Mail zu).
      Achtung: Eine Förderung ist grundsätzlich nur möglich, wenn sie vor Beginn der EQ-Maßnahme bei dem Träger der Grundsicherung (Agentur für Arbeit) beantragt wird.
      Hierfür reichen Sie bitte den ausgefüllten Antrag auf „Leistungen für eine betrieblich durchgeführte Einstiegsqualifikation“ und den EQ-Arbeitsvertrag mit dem Eintrag der Kammer an die Agentur für Arbeit.
  • Klären Sie, ob der EQ-Teilnehmer berufsschulpflichtig ist und melden Sie ihn gegebenenfalls bei der Berufsschule an.
  • Anmeldung des EQ-Teilnehmers bei der Krankenkasse und der Berufsgenossenschaft.
    Die Bestätigung über die Anmeldung zur Sozialversicherung reichen Sie bitte spätestens drei Monate nach Beginn der EQ bei der Agentur für Arbeit bzw. dem Träger der Grundsicherung ein.

Auf was muss noch geachtet werden?

Die Agentur für Arbeit oder der Träger der Grundsicherung erstattet den Zuschuss monatlich nachträglich.

Während der EQ prüfen Sie, ob der Teilnehmer für eine Ausbildung in Ihrer Zahnarztpraxis in Frage kommt. Falls
der Teilnehmer für eine Übernahme in Ausbildung nicht in Frage kommt, sollten der Teilnehmer und die Agentur für Arbeit zeitnah informiert werden, damit anderweitige Vermittlungsbemühungen eingeleitet werden können.

Im Falle einer Übernahme in eine Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten klären Sie mit der Kammer die Frage einer möglichen Anrechnung der EQ auf die Ausbildungszeit.

Zum Abschluss der EQ wird dem Teilnehmer ein Zeugnis ausgestellt, in dem Sie die vermittelten Kenntnisse und Fertigkeiten bescheinigen.

In Absprache mit dem EQ-Teilnehmer reichen Sie das Zeugnis bei der Kammer ein und beantragen ein Zertifikat über die erfolgreich absolvierte EQ.

Für einen lernbeeinträchtigten oder sozial benachteiligten Teilnehmer können im Bedarfsfall ausbildungsbegleitende Hilfen gewährt werden.

Die zu Qualifizierenden müssen gleichermaßen arbeitsmedizinisch untersucht werden und ggf. notwendige Impfungen sind Ihnen kostenfrei zu gewähren.

Die EQ-Teilnehmer sind den übrigen Angestellten der Praxis gleichgestellt und unterliegen somit – auch nach Abschluss der Maßnahme – der Schweigepflicht.

Wie kann der EQ-Vertrag gekündigt werden?

Während der Probezeit kann der Vertrag jederzeit ohne Einhaltung der Kündigungsfrist von beiden Seiten gekündigt werden.
Nach der Probezeit kann der Vertrag nur aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt werden. Die zu Qualifizierende kann, wenn sie die Einstiegsqualifizierung aufgeben oder eine andere Tätigkeit aufnehmen will, mit einer Kündigungsfrist von 4 Wochen kündigen.
Die Kündigung muss schriftlich und unter Angabe der Kündigungsgründe erfolgen.
Der Vertrag endet automatisch mit dem Ablauf der Qualifizierungszeit.

Hier finden Sie die Vorlage für den EQ-Arbeitsvertrag der ZÄK Westfalen-Lippe

PDF- EQ-Arbeitsvertrag